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Ziele & Methoden

PHOBILITY aktiv hat zum Ziel, Personen mit einer Phobie, Angst- und/oder Zwangserkrankung bzw. Angst, die sich infolge einer Depression entwickelt, eine gleichberechtigte Mobilität und somit auch eine gleichberechtigte Teilnahme am sozialen Leben zu ermöglichen und ihre aktive Mobilität zu verbessern oder zurückzugewinnen.

Da sowohl die Betroffenen als auch die Gesundheits- und VerkehrsexpertInnen als sehr gut umsetzbaren Lösungsansatz verschiedene Selbstablenkungs-, Selbstberuhigungs- und Selbstmanipulationstools sowie Planungs- und Fahrtinformationen erachten, wird im Rahmen von PHOBILITY aktiv ein Tool in Form einer App in Kombination mit einem Wearable entwickelt. Die App greift auf Lokalisierungsfunktionen und Sensordaten des Smartphones zu und realisiert somit eine Wegführung, Warnung vor Wegabweichungen sowie eine automatische Verkehrsmittelerkennung – auch in Kombination mit GPS-Ortungen (Stichwort Wegführung, Warnung vor Wegabweichungen) sowie einem Gadget wie z.B. einer Uhr oder einem Armband.

Die PHOBILITY aktiv App korrespondiert automatisch oder auf Wunsch manuell mit einem bestehenden, kommerziell verfügbaren Gadget, das die Vitalfunktionen, wie Herzschlag, Puls, Atmung und Schwitzen der Person ermittelt. Derartige Daten sollen mit individuellen, formulierungsbasierten Darstellungen des eigenen Befindens (Tagebuch, Storytelling-Features) verbunden werden, damit Betroffene diese Zusammenhänge wahrnehmen und in einem therapeutischen Prozess auf sie eingehen können. Darüber hinaus sollen im Bedarfsfall Selbstablenkungs- und Selbstmanipulationstools (z.B. beruhigende Stimmen, Musik, Farben, Videos, Spiele, Atemübungen, Akkupressurpunkte), die sich für die Person als nützlich erwiesen haben sowie Informations- und Rückkoppelungsmöglichkeiten (z.B. automatische Anwahl einer Notrufnummer, Verknüpfungen zu Routenplanern, Verkehrsinformationen, Staumeldungen) zur Verfügung gestellt werden. Durch die individuell einzustellenden Features werden die Möglichkeiten der Betroffenen verbessert, Angst- oder Panikattacken zu hemmen bzw. zu bewältigen und somit ihre Selbstwirksamkeit zu stärken.

All diese Funktionalitäten und die Interaktionsmechanismen werden mittels geeigneter Methoden aus Design Thinking durchgeführt. Die Erfahrung und das Umfeld von aspern.mobil LAB wird eng damit gekoppelt, um Synergieeffekte zwischen den PartnerInnen und des urbanen Mobilitätslabors zu erzielen.

Zielgruppen

  • Personen, die unter Ängsten und/oder Depressionen leiden, die nicht diagnostiziert wurden.
  • Psychisch erkrankte Jugendliche und Erwachsene, die eine Diagnosen nach dem ICD- 10/DSM-IV im Bereich F40-F49 – 
(die Ein- und Ausschlusskriterien für ProbandInnen erfolgt gemäß der Sondierungsstudie PHOBILITY) 
erhalten haben.
  • MobilitätsexpertInnen und GesundheitsexpertInnen, die mit dieser Zielgruppe arbeiten 
(PsychiaterInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen) und dadurch eine Verbreitung des Tools gewährleisten können.

Multimethodischer Ansatz

Zur Entwicklung des Tools wird ein multimethodischer, iterativer Ansatz gewählt, in welchem gemeinsam mit den Betroffenen die Inhalte und technischen Voraussetzungen (Stichwort Usability) der App in Kombination mit dem Wearable entwickelt werden.